Johann Sebastian Bach

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BWV 114
Titel Ach, lieben Christen, seid getrost
Komponiert 1. Oktober 1724, Leipzig
Besetzung

Vierstimmiger gemischter Chor
Sopran solo
Alt solo
Tenor solo
Bass solo
Horn
Traversflöte solo
Oboe I + II
Violine I + II
Viola
Basso continuo

Sätze Chor: Ach, lieben Christen, seid getrost
Arie (Tenor): Wo wird in diesem Jammertale
Rezitativ (Bass): O Sünder trage mit Geduld
Choral (Sopran): Kein Frucht das Weizenkörnlein bringt
Arie (Alt): Du machst, o Tod, mir nun nicht ferner bange
Rezitativ (Tenor): Indess bedenke deine Seele
Choral: Wir wachen oder schlafen ein
Kategorie Geistliche Kantate
Kirchenjahr 17. Sonntag nach Trinitatis
Autor des Textes Johannes Gigas 1561
Text
Chor:
Sopran, Alt, Tenor, Bass
Horn
Oboe I + II

Violine I + II
Viola
Basso continuo

(Cantus firmus in Soprano)


Arie: Tenor solo
Traversflöte solo
Basso continuo


Rezitativ: Bass solo
Basso continuo
















Choral: Sopran solo
Basso continuo






Arie: Alt solo
Oboe I
Violine I + II
Viola
Basso continuo



Rezitativ: Tenor solo
Basso continuo





Choral: Sopran, Alt, Tenor, Bass
Horn
Oboe I + II

Violine I + II
Viola
Basso continuo


Ach, lieben Christen, seid getrost,
Wie tut ihr so verzagen!
Weil uns der Herr heimsuchen tut,
Lasst uns von Herzen sagen:
Die Straf wir wohl verdienet han,
Solchs muss bekennen jedermann,
Niemand darf sich ausschliessen.

Wo wird in diesem Jammertale
Vor meinen Geist die Zuflucht sein?
Allein zu Jesu Vaterhänden
Will ich mich in der Schwachheit wenden;
Sonst weiss ich weder aus noch ein.

O Sünder, trage mit Geduld,
Was du durch deine Schuld
Dir selber zugezogen!
Das Unrecht säufst du ja
Wie Wasser in dich ein,
Und diese Sündenwassersucht
Ist zum Verderben da
Und wird dir tödlich sein.
Der Hochmut ass vordem von der verbotnen Frucht,
Gott gleich zu werden;
Wie oft erhebst du dich mit schwülstigen Gebärden,
Dass du erniedrigt werden musst.
Wohlan, bereite deine Brust,
Dass sie den Tod und Grab nicht scheut,
So kämmst du durch ein selig Sterben
Aus diesem sündlichen Verderben
Zur Unschuld und zur Herrlichkeit.

Kein Frucht das Weizenkörnlein bringt,
Es fall denn in die Erden; (1.)
So muss auch unser irdscher Leib
Zu Staub und Aschen werden,
Eh er kömmt zu der Herrlichkeit,
Die du, Herr Christ, uns hast bereit'
Durch deinen Gang zum Vater.

Du machst, o Tod, mir nun nicht ferner bange,
Wenn ich durch dich die Freiheit nur erlange,
Es muss ja so einmal gestorben sein.
Mit Simeon will ich in Friede fahren,
Mein Heiland will mich in der Gruft bewahren
Und ruft mich einst zu sich verklärt und rein.

Indes bedenke deine Seele
Und stelle sie dem Heiland dar;
Gib deinen Leib und deine Glieder
Gott, der sie dir gegeben, wieder.
Er sorgt und wacht,
Und so wird seiner Liebe Macht
Im Tod und Leben offenbar.

Wir wachen oder schlafen ein,
So sind wir doch des Herren;
Auf Christum wir getaufet sein,
Der kann dem Satan wehren.
Durch Adam auf uns kömmt der Tod,
Christus hilft uns aus aller Not.
Drum loben wir den Herren.

Epistel Epheser 4: 1-6
Evangelium

Lukas 14: 1-11

Bibeltext 1. Johannes 12:24
Handschriften

Stadtbibliothek, Leipzig; Musikbibliothek, Leipzig; Thomasschule, Leipzig; Johann Sebastian Bach Institut, Göttingen; Bodleian Bibliothek, Oxford; Nachlass Felix Mendelssohn Bartholdy; Universitätsbibliothek, Warschau; Musikwissenschaftliches Institut, Halle

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